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Jugend-Check zum ReferentenentwurfRegierungsentwurf
02. Juni 2026

Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz

Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Kindschaftsrechts (Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz – KiMoG) (Stand: 11.05.2026)

Ressort: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)

Welche jungen Menschen sind betroffen?

  • Junge Menschen ab 14 Jahren in Verfahren des Sorgerechts oder des Umgangsrechts
  • Junge Menschen, die Kontakt zu ihren Großeltern oder Geschwistern haben möchten
  • Junge Menschen, die Auskunft über ihre leiblichen Eltern oder einen leiblichen Elternteil haben möchten

Welche zentralen Auswirkungen hat das Gesetz auf junge Menschen?

Mit dem Gesetz soll das Kindschaftsrecht modernisiert werden. Das Kindschaftsrecht umfasst Regelungen zur Beziehung zwischen einem Kind und seinen Eltern. Dazu gehören Regelungen zum Sorgerecht. Das Sorgerecht regelt, wer sich um das Kind kümmert und Entscheidungen für das Kind trifft. Zum Kindschaftsrecht gehört auch das Abstammungsrecht. Das Abstammungsrecht regelt, wer Mutter oder Vater eines Kindes ist.

  • Ab 14 Jahren sollen Jugendliche beim Sorgerecht oder beim Umgangsrecht mehr mitentscheiden dürfen. Dadurch können die Rechte junger Menschen gestärkt und manche Entscheidungen nicht gegen ihren Willen getroffen werden.
  • Zum Beispiel sollen Eltern anderen Personen sorgerechtliche Befugnisse geben können. Dafür wird eine Sorgerechtsvereinbarung geschlossen. Das bedeutet, Großeltern oder Freunde sollen bestimmte Entscheidungen für junge Menschen treffen können. Dazu gehören zum Beispiel eine Entschuldigung für die Schule oder ein Besuch beim Arzt. Wenn Jugendliche nicht wollen, das andere Personen diese Entscheidungen treffen können, können sie ab 14 Jahren die Sorgerechtsvereinbarung selbst auflösen. Ihre Eltern können damit niemandem das Recht geben, über ihren Alltag zu entscheiden, wenn sie das nicht wollen. Das kann ihre Selbstbestimmung stärken.
  • Junge Menschen sollen künftig ein eigenes Umgangsrecht mit Geschwistern, Großeltern und anderen wichtigen Bezugspersonen haben. Umgang meint den Kontakt zueinander. Bislang haben nur Großeltern ein Recht auf Umgang mit ihren Enkelkindern. In Zukunft können auch junge Menschen selbst ihr Recht auf Umgang mit Großeltern oder Geschwistern umsetzen. Umgang mit Geschwistern kann auch wichtig sein, wenn die Geschwister in einem anderen Haushalt aufwachsen. Der Kontakt zu Großeltern und Geschwistern kann die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unterstützen.
  • Kinder sollen ein Auskunftsrecht über ihre Abstammung haben. Eltern müssen dann Informationen darüber geben, wer der leibliche Elternteil ist oder Informationen über Spenderinnen und Spender von Eizellen oder Samenzellen geben. Das Auskunftsrecht kann jungen Menschen in der Entwicklung ihrer Identität helfen und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

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